Philosophie

Hier nun ein Versuch einer Erklärung meiner Philosophie (wörtlich die „Liebe zur Weisheit“) in Bezug auf meine Fotografie.

Fotografie ist für mich eine Bildsprache, die einzige Sprache, die überall in der Welt von jedem Sehenden verstanden werden kann. Das macht sie in meinen Augen wertvoll und einzigartig. Die wichtigste Eigenschaft der Fotografie ist also ihr Inhalt. Der Vorteil eines Fotos zur bedruckten Seite ist das eine Fotografie auf einen Blick schnell „gelesen“ werden kann. Leider beurteilen die meisten Menschen – gerade auch Fotografen - die Wirkung eines Fotos nach deren technischer Ausführung (Farben, Schärfe, Bildaufbau usw.). Meiner Meinung ist das genau so, als ob man die Arbeit eines Schriftstellers nach der Richtigkeit der Grammatik und der Rechtschreibung beurteilt, aber nicht den Inhalt von seinem Text. Das hat zur Folge, dass oft ein technisch perfektes Foto ein langweiliges und bedeutungsloses Bild sein kann. An dieser Stelle ein Zitat von Andreas Feininger (1906 – 1999).

„Die Tatsache, dass eine technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.“

Ich persönlich sehe die Kamera eines Fotografen auch als Äquivalent zur Schreibmaschine eines Buchautors, also nur als reines Werkzeug. Denke das sah auch Helmut Newton so ähnlich, als er mal in einem Restaurant von einem Koch angesprochen wurde.

Der Koch: „Ihre Fotos gefallen mir, Sie haben bestimmt eine gute Kamera!“. Helmut Newton (nach dem Essen): „Das Essen war vorzüglich - sie haben bestimmt gute Töpfe!“

Ich möchte damit aber nicht sagen, dass Fototechnik unwichtig ist. Im Gegenteil, die Bildverarbeitung später am Computer ist für mich ein weiteres Werkzeug und wenn sie vernünftig eingesetzt wird, ist sie unverzichtbar, um das Potenzial sowohl des Motivs als auch des Bildes aufzuwerten. Der Vollständigkeit wegen möchte ich es an dieser Stelle mit der Entwicklung von der Schreibmaschine vergleichen. Von der mechanischen Schreibmaschine, über die elektrische bis hin zur modernen Textverarbeitung auf dem PC.
Die Fotografie hat sich auch durch die digitale Technik weiterentwickelt und einem noch mehr Möglichkeiten gegeben.

 

Hier einige von meinen wichtigen Grundsätze für ein Shooting:
  1. Ein Shooting soll dem Model und dem Fotograf Spaß machen.
  2. Gute Fotos entstehen nicht in wenigen Minuten, aber im richtigen Augenblick.
  3. Vor mir steht ein Mensch mit Gefühlen, die ich nie verletzen möchte.
  4. Ich mache nicht alles, aber alles was ich mache, in bester Qualität.
  5. Für mich steht vor einem Shooting eine Idee, eine Geschichte, ein Gefühl oder mein persönlicher Eindruck vom Model.
  6. Fotografische Technik ist erlernbar, aber die Kreativität sie zu nutzen ist Talent

Meine Einstellung in Bezug auf Aktfotografie:
Grundsätzlich hat die Aktfotografie nicht zwangsläufig was mit Pornographie zu tun. Für mich sind Darstellungen von nackten Körpern nicht „schlimmes“, denn ein nackter Körper ist doch etwas ganz natürliches. Außerdem ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass bis in die heutige Zeit, die ja sonst auch sehr liberal ist, die Aktfotografie immer noch mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Ich will daher meinen Beitrag dazu leisten, dass für die breite Bevölkerung ästhetische Aktfotografie etwas ganz normales und natürliches wird.